Clearingstelle für nicht krankenversicherte Menschen

Beratungssituation
(Foto: Andreas Reeg)

Wir unterstützen und beraten Menschen ohne Papiere, Personen aus Drittstaaten, EU-Bürger/innen, nicht krankenversicherte Deutsche.

Unser Ziel ist die Klärung ob eine Vermittlung in die Regelversorgung erfolgen kann.

Die Beratung erfolgt vertraulich und auf Wunsch anonym.

Bitte fragen Sie vorher, ob eine Beratung in Ihrer Sprache erfolgen kann.



Seit September 2019 wird die Arbeit der Clearingstelle Krankenversicherung in Rheinland-Pfalz durch das Land Rheinland-Pfalz (Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie und Ministerium für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz) finanziert. Dank der neuen Landesförderung ab 2021 kann die Beratungsarbeit nun ausgeweitet und die Erreichbarkeit regional verbessert werden. Seit Januar 2021 gibt es mit der Ökumenischen Fördergemeinschaft Ludwigshafen GmbH, mit Beratungsangeboten in Ludwigshafen und Worms, und dem Caritasverband Koblenz e.V. drei zusätzliche Anlaufstellen.

Ziel der Clearingstelle ist es, Menschen ohne (ausreichenden) Krankenversicherungsschutz in regulären Krankenversicherungssystemen (wieder) abzusichern sowie in konkreten Einzelfällen zu beraten. In Mainz ist diese Stelle angesiedelt beim Verein «Armut und Gesundheit in Deutschland». Seit 2019 wurden hier über 350 Menschen beraten, davon über 160 mit deutscher Staatsangehörigkeit, 85 EU-Bürger*innen und 89 Personen aus Drittstaaten. 128 Personen konnten in diesem Zeitraum mit Hilfe der Clearingstelle wieder versichert werden. «Armut und Gesundheit in Deutschland» hat schon vor Einrichtung der Clearingstelle Menschen ohne Krankenversicherung beraten und in seiner «Medizinischen Ambulanz ohne Grenzen» behandelt.

Erfahrungen der Clearingstelle in Mainz haben gezeigt, dass landesweit ein hoher Bedarf an dem Beratungsangebot besteht. Menschen, die sich an die Clearingstelle wenden, haben häufig keine finanziellen Mittel für Bahntickets oder „moderne“ Kommunikationsmittel. Um so wichtiger ist die nun erfolgte Ausweitung der Anlaufstellen mit persönlichen Ansprechpartner*innen vor Ort. In Ludwigshafen werden Betroffene bis zur abschließenden versicherungsrechtlichen Klärung von den «Streetdocs», in Worms vom «Gesundheitsladen der Caritas» und in Koblenz vom «Medinetz Koblenz» medizinisch beraten und kostenfrei versorgt.

Es melden sich Personen aller gesellschaftlicher Schichten, darunter Wohnungslose, Menschen aus anderen EU-Staaten, aber auch Privatversicherte mit Beitragsschulden. Viele Menschen kennen ihre Rechte nicht, etwa, dass auch Versicherte mit Zahlungsrückständen Anspruch auf Notfallversorgung haben. Es gibt aber auch komplizierte Einzelfälle, in denen eine Aufnahme in die Krankenversicherung nicht möglich ist. Für diesen Personenkreis und für Menschen, deren Fall noch nicht abschließend bearbeitet werden kann, fordert die Clearingstelle Krankenversicherung in Rheinland-Pfalz ergänzend einen Behandlungsfonds, der Krankenhaus- und Behandlungskosten übernimmt.